
Tai Chi begleitet mich seit über 30 Jahren – und ist für mich weit mehr als nur eine Übungspraxis. Es ist ein Weg, Bewegung, Achtsamkeit und innere Entwicklung miteinander zu verbinden.
Meine ersten Erfahrungen machte ich 1994 im Oberallgäu. Damals praktizierte ich noch Karate, doch im Tai Chi fand ich etwas, das mich auf eine andere, nachhaltigere Weise angesprochen hat. Anfang 1995 begann ich mit dem regelmäßigen Unterricht bei Andreas Heyden in Bonn. Später setzte ich meinen Weg bei Brigitte Fleckenstein fort, die die Schule übernahm. Über viele Jahre hinweg durfte ich sie intensiv unterstützen – zunächst 8 Jahre als Kursassistent, danach weitere 8 Jahre als Assistenzlehrer. Diese Zeit hat mein Verständnis von Tai Chi und Unterricht maßgeblich geprägt.
Von 2013 bis 2018 führte ich gemeinsam mit Martina Filipek die Schule weiter. Seitdem unterrichte ich eigenständig und gebe meine Erfahrung in eigenen Kursen weiter. Zusätzlich war ich viele Jahre – von 2005 bis 2017 – als Dozent an der Volkshochschule Bonn tätig.
Mit der Zeit wurde mir immer wichtiger, tiefer in die inneren Prinzipien des Tai Chi einzutauchen. Nach über 25 Jahren in der ITCCA veränderten sich infolge der Corona-Zeit schließlich auch die äußeren Rahmenbedingungen meines Übungswegs, und zugleich wurde mein eigener Wunsch nach einer weiterführenden, vertieften Auseinandersetzung immer deutlicher. Vor diesem Hintergrund habe ich mich bewusst einem älteren Yang-Stil in der Traditionslinie Wang Yongquan / Wei Shuren zugewandt. Ich lerne bei Dr. John Fung, einem direkten Schüler von Wei Shuren, sowie bei Gordon Yung. Im März 2026 wurde ich von Dr. John Fung formell als Schüler der 7. Generation dieser Linie aufgenommen1 – ein Schritt, der meinen bisherigen Weg bestätigt und zugleich neue Perspektiven eröffnet.
Neben dem Tai Chi interessiere ich mich auch für körpertherapeutische Ansätze. Besonders prägend war für mich die japanische Sōtai-Methode (操体法), in der ich von 2013 bis 2015 in Tōkyō bei Hiroshi Miura lernen konnte. Er ist ein langjähriger Schüler von Keizō Hashimoto, dem Begründer dieser Methode. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Bewegung, Balance und individuelle Entwicklung zusätzlich vertieft.
Hauptberuflich arbeite ich nach meinem Studium an der Universität Bonn in der Industrie – ein Ausgleich, der mir zeigt, wie wertvoll Tai Chi gerade im Alltag sein kann.
- Offizielle Bezeichnung: Seventh Generation Disciple of Wang/Wei Lineage (Imperial) Yang Style Tai Chi Chuan. ↩︎